FDP Ganderkesee

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Atlas Air Service setzt auf Propellermaschinen

Bei Atlas Air Service ist die Sparte Materialprüfung am Hauptsitz Ganderkesee laut Vorstand sehr gut angelaufen. Sollte die Ostfriesische Lufttransport GmbH ihre Wartung in Bremen schließen, wolle man deren Auszubildende übernehmen.
Von Katja Butschbach
Ganderkesee. Atlas Air Service will in Ganderkesee die Wartung von Propellerflugzeugen weiter ausbauen: Bei einem Besuch der FDP-Fraktion berichtete Dr. Nicolas von Mende aus dem Atlas-Air-Service-Vorstand, dass Propellerflugzeuge nur eine relativ kurze Start- und Landebahn benötigten und sich Ganderkesee deshalb für diesen Bereich anbiete. In Bremen werden dagegen vor allem Jets gewartet, die dort auf einer 2000-Meter-Bahn bequem landen können. „Die meiste Wertschöpfung ist in Bremen“, erläuterte von Mende. „Dort platzen wir aus allen Nähten und müssen bald erweitern.“
Sollte die Ostfriesische Lufttransport GmbH (OLT) ihre Wartung in Bremen schließen, so habe man bereits angekündigt, deren Auszubildende übernehmen zu wollen.
Auch die im Januar in Ganderkesee gestartete Sparte „Zerstörungsfreie Materialprüfung“ (dk berichtete) läuft laut von Mende sehr gut. Sechs Mitarbeiter testen weltweit unter anderem mit Ultraschall und Röntgen Flugzeugteile auf Risse. In jedem Monat liege der Umsatz mehr als 20 Prozent über dem selbst gesteckten Ziel. Deshalb solle jetzt auch ein siebter Mitarbeiter eingestellt werden.
Das Unternehmen, das seinen Hauptsitz in Ganderkesee und Standorte in Paderborn, Stuttgart und Bremen hat, hat elf Auszubildende. 60 Mitarbeiter sind am Standort Ganderkesee tätig, insgesamt hat Atlas Air Service 132 Beschäftigte. Der Mitarbeiterstamm in Ganderkesee solle mindestens auf dem aktuellen Niveau bleiben.
Bei der Jet-Wartung ist AAS laut von Mende „ziemlich exklusiv“ am Markt, Kunden kommen aus Deutschland und darüber hinaus. Bei den Propellermaschinen gebe es dagegen viele Anbieter, so dass der Einzugsradius bei rund 300 bis 400 Kilometern liege. Der Markt für zweimotorige Propellermaschinen wachse ähnlich wie der für Jets.
Der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Dürr betonte: „Ganderkesee und Fliegerei gehören zusammen.“ Er bot AAS Unterstützung an, die von Mende gern annahm: Er wünscht sich vom zuständigen Ministerium, dass die Initiative „Niedersachsen Aviation“ zur Unterstützung der Luftfahrtindustrie finanzielle Mittel bekommt, um etwa AAS auf Messen günstige Gemeinschaftsstände anbieten zu können. Messen seien für den Kundenkontakt enorm wichtig, so von Mende, aber Einzelstände sehr teuer.


Quelle: Delmenhorster Kreisblatt vom 26.08.2011


Atlas Air Service will weiter wachsen

Flugzeugwartung FDP-Ortsverband besucht Ganderkeseer Standort – Verstärkung für Spezialisten-Team

132 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen derzeit, 60 davon in Ganderkesee. Es würde sämtliche OLT-Auszubildende übernehmen.
VON KAROLINE SCHULZ
Ganderkesee Atlas Air Service (AAS) wird seine mehr als 40-jährige Geschichte am Standort Ganderkesee auch künftig fortschreiben – das bekräftigte am Donnerstag Vorstand Dr. Nicolas von Mende anlässlich eines Besuchs des Ganderkeseer FDP-Ortsverbandes zusammen mit dem Fraktionsvorsitzenden der FDP im Niedersächsischen Landtag, Christian Dürr. „Das ist ein tolles Signal für die Gemeinde Ganderkesee!“ , kommentierte Fraktionschefin Marion Daniel von Mendes Bekenntnis zum ältesten der vier Unternehmensstandorte. Ansässig ist AAS außerdem in Bremen, Paderborn und Stuttgart.
Atlas Air Service werde mit seinen Wartungszentren in Ganderkesee und Bremen weiterhin zweigleisig fahren, erklärte von Mende: Während in Bremen Europas größter Wartungsstandort für Citation-Jets entstanden sei, die eine Start- und Landebahn von 2000 Meter Länge benötigen, konzentriere man sich auf dem Flugplatz Ganderkesee, der eine solche Bahn nicht vorhalte, auf Propellerflugzeuge und die Wartung von Hubschraubern des Herstellers Enstrom. Die 60 Mitarbeiter aus Ganderkesee (von insgesamt 132) würden projektbezogen auch in Bremen eingesetzt und umgekehrt.
Das Thema „Startbahnverlängerung“ ist für Atlas Air Service inzwischen vom Tisch. „Der entsprechende Antrag ist von der Politik seinerzeit nicht ausreichend begleitet worden“, so von Mende. Nun gelte es, den Flugplatz in der bestehenden Form zu erhalten, sagte der AAS-Vorstand.
Ein Beitrag von Atlas Air Service ist das in Ganderkesee angesiedelte NDT-Team („Non Destructive Testing“/zerstörungsfreie Materialprüfung): „Wir haben hier seit dem 1. Januar eine absolute Spitzentruppe“, erklärte Nicolas von Mende. Sechs Spezialisten hat Atlas Air Service für überwiegend ambulante Einsätze zur Werkstoffprüfung vom inzwischen geschlossenen Wartungsunternehmen ASL in Lemwerder übernommen, ein siebter soll laut von Mende in Kürze eingestellt werden. Das NDT-Team habe von Anfang an konstant 20 Prozent über dem definierten Umsatzziel gelegen.
Weiter wachsen könnte auch die Mannschaft der derzeit elf AAS-Auszubildenden. Atlas Air Service habe der Geschäftsführung der von Stellenstreichungen bedrohten Regionalfluggesellschaft OLT signalisiert, alle seine Auszubildenden übernehmen zu wollen, berichtete von Mende. Das gleiche gelte für Mitarbeiter, die in das Profil der von AAS ausgeschriebenen Stellen passen. Atlas Air Service kooperiert mit OLT bereits im Charterflugbereich.
FDP-Fraktionschef Christian Dürr gab Nicolas von Mende eine Bitte mit nach Hannover: Das Wirtschaftsministerium möge über Niedersachsen Aviation, eine Initiative des Landes zur Unterstützung der Luft- und Raumfahrtindustrie in Niedersachsen, weiterhin Gemeinschaftsstände bei Luftfahrt-messen fördern. Diese böten vor allem mittelständischen Betrieben ein wichtiges Forum.


AAS-Vorstand Dr. Nicolas von Mende (links) führte die Mitglieder des FDP-Ortsverbandes, darunter Christian Dürr und Marion Daniel, durch den Betrieb.
AAS-Vorstand Dr. Nicolas von Mende (links) führte die Mitglieder des FDP-Ortsverbandes, darunter Christian Dürr und Marion Daniel, durch den Betrieb. BILD: KAROLINE SCHULZ

Quelle: Nordwest-Zeitung vom 26.08.2011


Atlas-Air-Service-Chef von Mende bekennt sich zum Standort Ganderkesee / Startbahnverlängerung vom Tisch

Einmal im Quartal zum Flugzeug-TÜV
Ganderkesee. Da die Landebahn auf dem Atlas Airfield für größere Jets zu kurz ist, erzielt das Ganderkeseer Unternehmen Atlas Air Service (AAS) die größte Wertschöpfung mit seiner Flugzeugwartung inzwischen am Standort Bremen. Bei einem Besuch der Ganderkeseer FDP-Fraktion versicherte AAS-Chef Nicolas von Mende den Politikern jedoch, dass auch der Standort Ganderkesee in den strategischen Überlegungen immer noch eine wichtige Rolle spiele. Hier befindet sich unter anderem die Hauptverwaltung sowie die Wartungshalle für Propellermaschinen.
"Der Standort Ganderkesee ist für uns jedoch nur dann sinnvoll, wenn wir hier auch starten und landen können", machte von Mende deutlich, dass der Flugplatz in seiner jetzigen Form mindestens erhalten bleiben müsse. Die lange diskutierte Landebahnverlängerung ist für das Unternehmen dagegen vom Tisch. "Wenn alle Beteiligten das gewollt und an einem Strang gezogen hätten, hätte das klappen können. Aber es gab zu viele Partikularinteressen, und deshalb ist das für uns kein Thema mehr", so der AAS-Chef. Von der Lärmbelästigung her hält er einen Flugplatz nicht für ärgerlicher, als wenn man in der Nähe einer Bahntrasse lebt.
Zentrales Standbein der Firma ist inzwischen die Wartung von Businessjets. So habe man den Stützpunkt Bremen zu Europas größtem Wartungsstandort für Cessna Citation-Jets ausgebaut. "Derzeit stehen dort mehr als 30 Maschinen", kann von Mende über mangelnde Auslastung nicht klagen.
Wie oft ein Flugzeug bei AAS zum "TÜV" muss, hängt unter anderem von den Flugstunden, vom Lebensalter und von der Zahl der absolvierten Starts und Landungen ab. "Häufig genutzte Jets, die an fünf Tagen in der Woche im Einsatz sind, sehen wir etwa einmal im Quartal. Dabei fallen drei Mal kleinere Inspektionen an, die zwei bis drei Tage dauern, und ein großer Check, bei der das Flugzeug eine volle Woche etwa auf mögliche Leckagen oder sonstige Schäden hin überprüft wird", erläutert von Mende.
Großer Wachstumsmarkt
Der AAS-Vorstand geht davon aus, dass die Wartung von Businessflugzeugen auch in den nächsten Jahren noch erhebliches Wachstumspotenzial bietet. "Vergleicht man die Anzahl der Flüge zu Geschäftszwecken in Europa und den USA, kommt man zu dem Ergebnis, dass in den USA etwa viermal so viele Businessflüge stattfinden. Entsprechend groß ist die Wachstumsreserve in Europa", so von Mende, der für seine Firma jährliche Zuwächse zwischen acht und neun Prozent anstrebt. Stark rückläufig sei dagegen der Hobbyflugbetrieb: Die Hobbyfliegerei habe nicht mehr den Stellenwert oder die gesellschaftliche Bedeutung wie in den 70er oder 80er Jahren, was sich auch in den Flugbewegungen niederschlage. Habe es zu Spitzenzeiten in Ganderkesee bis zu 50000 Starts und Landungen pro Jahr gegeben, so seien es inzwischen nur noch rund 10000.
Während AAS im Bereich der Wartung von Citation-Jets führend in Europa ist, ist der Markt im Bereich der Propellermaschinen umkämpfter. "Da gibt es noch andere, die das ganz gut können", so von Mende. Relativ neu ist eine Abteilung, die sich der "zerstörungsfreien Werkstoffprüfung" widmet. Hier werden Bauteile per Röntgenstrahl oder Ultraschall auf Risse oder metallurgische Schäden untersucht. "Das Team, das wir von der Flugzeugwerft ASL in Lemwerder übernommen haben, ist von Anfang an sehr gut ausgelastet und liegt stabil 20 Prozent über unserer ursprünglichen Umsatzerwartung", freut sich der Firmenchef über einen gelungenen Coup.
Die Krise der ostfriesischen Fluggesellschaft OLT, die nach dem Verlust eines Großauftrags ihren überregionalen Linienflugverkehr möglicherweise komplett einstellt, wenn sich nicht in letzter Sekunde noch ein neuer Investor findet, sieht man bei AAS gelassen. Bislang habe man bei Charterflügen kooperiert, und sollte OLT tatsächlich Personal abbauen, werde man auch die OLT-Auszubildenden übernehmen, kündigte von Mende an. Zudem hätte man einigen OLT-Mitarbeitern konkrete Übernahmeangebote gemacht. Derzeit beschäftigt Atlas Air Service an vier Standorten 132 Mitarbeiter, davon 60 in Ganderkesee. Die Firma hat elf Auszubildende.


Quelle: Weser Kurier vom 27.08.2011



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