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Schnack am Wochenende
Bis 18 Uhr war der vorige Sonntag ein schöner Tag für Marion Daniel. Als sie als Vorsitzende der FDP-Ganderkesee das Desaster bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden Württemberg im Fernsehen sah, verschlug es ihr vor Schreck fast die Sprache. Als einen Grund für den Tiefschlag sieht die Kommunalpolitikerin die Führungspersonen ihrer Partei. "Wahlen sind auch von Personen abhängig, es gibt Politstars, die durch sich selbst überzeugen." Der amtierende Bundesvorsitzende ist nicht ihr persönlicher Favorit. "Mein großer Hoffnungsträger ist Dr. Philipp Rösler."
Marion Daniel (geb. Wiese) ist Jahrgang 1954 und zusammen mit drei jüngeren Schwestern aufgewachsen. Ihre Eltern hatten einen größeren Bauernhof in Rethorn. Es war selbstverständlich, dass sie und ihre Schwestern auf dem Hof mit anpacken mussten, ob beim Füttern, Melken oder auf dem Feld. "Papa hat den Schlepper auf den Acker oder auf die Weide gefahren und ich habe dann geeggt oder gewalzt."
In ihrer Freizeit war sie gerne in der Natur mit den Pfadfindern oder im Sportverein beim VfL Stenum. Zunächst ist Marion in Rethorn zur Volksschule gegangen. Hier entstand zunächst der Wunsch, Lehrerin zu werden. Zunächst ging es aber dann zur Realschule an der Holbeinstraße und anschließend zum Willms-Gymnasium in Delmenhorst. Marion Daniel war 18 Jahre und in der 12. Klasse, als sie von "Amors Pfeil" getroffen wurde: Sie lernte ihren Jörg Daniel kennen und die beiden sind bis heute zusammen.
Jörg verpflichtete sich nach dem Abitur für zwölf Jahre bei der Bundeswehr und studierte auch an der Bundeswehr-Hochschule in Hamburg. Gerne hätte Marion zusammen mit ihrem damaligen Lebensgefährten auch dort studiert, aber das klappte nicht. Also nahm sie bei Weyhausen in Delmenhorst eine Stelle in der Buchhaltung an. Nachdem Jörg sein Studium beendet hatte, wohnten sie zunächst in Delmenhorst. Jörg Daniel ist Diplom-Ingenieur für Maschinenbau und in einer Bremer Firma beschäftigt.
1978 wurde aus Mar! ion Wies e dann Frau Daniel. Das Ehepaar hat zwei Söhne. Markus (29) hat sich bei der Bundeswehr verpflichtet und wird im Juli seinen Einsatz in Afghanistan haben. ,,Ganz wohl ist mir bei der Sache nicht", gibt Marion Daniel unumwunden zu. Mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, ist sie zusammen zur Schule gegangen. Ihr zweiter Sohn Stefan (27) studiert in Bremen Wirtschaftsingenieurwesen. Für Marion Daniel war es selbstverständlich, dass sie sich bis Anfang der 90er Jahre als Hausfrau ausschließlich um ihre Familie kümmerte. In dieser Zeit fiel auch der Umzug in ihr Eigenheim nach Rethorn.
Nachdem 13 Jahre Pause machte sich Marion Daniel zunächst mit Lehrgängen fit für den Arbeitsmarkt. Zunächst war sie Sekretärin in einer Bremer Firma, bevor sie als Sachbearbeiterin im Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst anfing.
"Wie sind Sie zur Politik gekommen?", wollte ich natürlich wissen. "Eigentlich habe ich mich schon immer gerne eingemischt und meine Position klar bezogen. Soziale Gerechtigkeit war mir immer wichtig."
"Warum FDP?", fragte ich. "Hans-Dietrich Genscher hat mir mit seiner Außenpolitik und als vertrauenswürdiger Politiker sehr imponiert." Der Gedanke, im Gemeinderat tätig zu sein, ließ sie nicht los. So setzte sie sich mit Hans-Jürgen Hespe in Verbindung, ob sie nicht mitmachen könnte. Ein Jahr später war sie in der FDP-Ganderkesee Geschäftsführerin.
Die ersten beiden Versuche, in den Gemeinderat zu kommen scheiterten knapp, allerdings gelang Marion Daniel der Sprung dann doch noch als Nachrückerin. 2001 wurde sie direkt gewählt. Mittlerweile vertritt sie seit 15 Jahren die Bürger im Gemeinderat. Ihr Schwerpunkt liegt im Bereich Bildung. Kinder und Familie liegen ihr besonders am Herzen. Um Frauen die Möglichkeit zu eröffnen, berufstätig zu sein, fände sie z.B. eine nachschulische Betreuung sehr gut. Es gibt noch viel zu tun und so möchte Marion Daniel (wenn die Wähler es wollen) noch weitere fünf Jahre im Gemeinderat arbeiten.
Einmal im Jahr nim mt sich Marion Daniel eine Auszeit. Dann fährt sie mit Ehemann, Kindern und Freunden zum Skifahren nach Kastelruth. Während dieser 14 Tage wird die Zeitung abbestellt. "Dann bekomme ich Abstand von Themen, die mich bewegt haben. Ich fange dann bei Null wieder an. Was in den 14 Tagen passiert, interessiert mich dann nicht."
Marion Daniel Ratsfrau und Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes Ganderkesee
Schnack am Wochenende


FDP-Kreistagsfraktion informiert sich vor Ort über Schönemoorer Dorfstraße
Ein großes Hobby von Marion Daniel ist die Arbeit im Garten ihres Hauses in Rethorn. Foto: Dirk Wieting

Quelle: Nordwest-Zeitung vom 02.04.2011



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