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Aktuelles Es hapert an den Lehrkräften Plattdeutsch - Christian Dürr sieht die Politik bei Niederdeutsch in der Pflicht Der FDP-Landtagsabgeordnete spendete Bücher für die AG der Grundschule Heide. Die ist bei den Kindern sehr beliebt. VON KERSTIN KEMPERMANN Heide/kke Ein Geschenk, sieben Kinder: Begeistert packten die Mädchen und Jungen der Plattdeutsch-AG am Freitagvormittag ihr Paket mit den neuen Plattdeutschbüchern aus, die Christian Dürr, FDP-Landtagsabgeordneter und Fraktionschef, in der Grundschule Heide übergeben hatte. Endlich haben wir ein schönes Plattdeutschbuch, dankte AG-Leiterin Anni Schlüter. Sie hatte sich mit der Bitte um Unterstützung an den Delmenhorster Kommunalpolitiker Uwe Dähne gewandt, der den Kontakt zu Christian Dürr herstellte. Leider klappt es bei mir mit dem Platt sprechen nicht so gut, gab Dürr zu. Umso interessierter zeigte er sich am AG-Angebot in Heide. Alle 14 Tage treffen wir uns. Dann wird gebacken, gekocht und Platt geschnackt, erklärte Anni Schlüter. Das Interesse an der AG sei nach wie vor sehr groß. Mit acht Teilnehmern sei diese ausgelastet. So gut die Arbeitsgemeinschaft auch ankommt. Wenn die Schüler an die Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien wechseln, ist es leider vorbei. Dann gibt es keine Angebote mehr, berichtete Schlüter. Konrektorin Nadine Gellfahrt fügte hinzu: Wir als Schule haben Glück, dass wir jemanden wie Frau Schlüter haben. Aber eigentlich bräuchte es mehr Stunden, mehr Geld und mehr Lehrer, um das Angebot in diesem Bereich noch auszuweiten. Auch Dürr sieht Handlungsbedarf. Es ist ein staatlicher Auftrag, sich um die Minderheitensprachen zu kümmern, betonte er. Deshalb sei die Politik gefordert. Ein Ansatzpunkt seien Plattdeutschbeauftragte in den Landkreisen, wie es sie im Oldenburger Land bereits gebe. Wir brauchen so etwas aber flächendeckend, sagte Dürr, damit die Vernetzung besser werde und an mehr Schulen Plattdeutsch angeboten werde. Ich bin mit dem Landvolk und anderen Verbänden in Gesprächen über dieses Thema. Ein wichtiger Punkt seien auch Lehrer, die Plattdeutsch sprechen können, waren sich alle Beteiligten einig. Ich habe Hoffnung, dass durch den Lehrstuhl mit dem Schwerpunkt Niederdeutsch an der Universität Oldenburg etwas passiert, betonte Uwe Dähne. Denn: Es hapert an den Lehrkräften. Der Unterricht in den Schulen sei besonders wichtig, da viele Eltern selbst kein Platt mehr sprechen könnten, fügte Anni Schlüter hinzu. ![]() Die Plattdeutsch-AG freute sich über die Bücherspende von Christian Dürr (vorn). BILD: KERSTIN KEMPERMANN Quelle: Nordwest-Zeitung vom 08.01.2011 |