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Erfolgreiches Energiesparen macht Schule

Ruz: Ganderkeseer Modell gefragt – Haushalt um 440 000 Euro entlastet – Dürr hilft bei Zuschuss-Suche

Das erfolgreiche „Ganderkeseer Energiesparmodell an Schulen“ könnte auf andere Kommunen ausgedehnt werden. MdL Christian Dürr (FDP) will vermitteln.
VON KARSTEN KOLLOGE
Hollen Das Ganderkeseer „Energiesparmodell an Schulen“ könnte überregional Schule machen. Denn: Das Umweltzentrum (RUZ) Hollen hat bei der Bingo-Stiftung Mittel für ein mehrjähriges Projekt beantragt, um auch anderen Kommunen und Umweltzentren zu zeigen, wie sich Energiesparen an Schulen für alle Beteiligten lohnt. Bei einem Besuch von FDP-Politikern im RUZ zeigte sich der FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Christian Dürr, sehr angetan von dem Vorhaben: „Da bin ich sehr, sehr gern behilflich, das vernünftig hinzukriegen.“
Anstoß von außen
Den Anstoß zu der Projektidee war von außen gekommen. „Sehr viele Kommunen“ hätten sich bereits nach dem Ganderkeseer Energiesparmodell erkundigt, auch um Unterstützung gebeten, berichtete RUZ-Leiterin Marina Becker-Kückens. Insbesondere in ländlichen Kommunen fühle man sich beim Energiesparen in Schulen überfordert, ergänzte Projektmitarbeiter Martin Brinkmann. „Da ist keiner da, der das zusätzlich leisten kann.“
Und so funktioniert das Ganderkeseer Modell: Mit dem Ziel, allein durch Verhaltensänderungen Energie zu sparen, bietet das RUZ Beratung, Schulungen und Workshops für Schüler, Pädagogen sowie Hausmeister und hält engen Kontakt zu allen Beteiligten. Ferner übernimmt das RUZ das Controlling der Energie- und Wasserverbräuche der Schulen. Dadurch wurden in Ganderkesee seit 1997 und bis Juni 2010 knapp 440 000 Euro an Energiekosten eingespart. Um Anreize zum Weitermachen zu schaffen, erhalten die Schulen 30 Prozent der eingesparten Mittel zur freien Verfügung. Der Rest fließt an das RUZ (30 %), die Gemeinde als Schulträger (35 %, für investive Energiesparmaßnahmen) und in einen Ausgleichsfonds (5 %).
Verstärkung beantragt
Was das jetzt beantragte Projekt angeht, so hofft das RUZ auf zwei zusätzliche Kräfte. Insgesamt wird mit Kosten von etwa 200 000 Euro gerechnet. Dürr empfahl, parallel zur Anfrage bei der Bingo-Stiftung auch bei weiteren möglichen Zuschussgebern anzuklopfen.
Die Arbeit des Umweltzentrums sei „nicht zu unterschätzen“, befand der Liberale. Das gelte nicht nur für die Umweltbildung, vielmehr sei die Arbeit auch wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler.
Marina Becker-Kückens berichtete, dass es vielen Umweltzentren zunehmend schwer falle, Lehrer für die stundenweise Lehrtätigkeit zu gewinnen. Das RUZ Hollen sei hier mit drei engagierten Pädagogen in einer sehr guten Lage.


Erfolgreiches Energiesparen macht Schule
Während Drittklässler der Overberg-Grundschule Delmenhorst selbst gebackene Brötchen probierten, zeigte Marina Becker-Kückens (hinten, 2. von links) den FDP-Politikern um Christian Dürr (Mitte) die Einrichtung in Hollen. BILD: KARSTEN KOLLOGE

Quelle: Nordwest-Zeitung vom 28.08.2010


RUZ will anderen Gemeinden helfen, Energiesparer zu erziehen

FDP-Landtagsfraktionschef Dürr will bei Suche nach Fördergeldern vermitteln

In Ganderkeseer Schulen hat sich das Energiesparprojekt des Regionalen Umweltzentrums (RUZ) Hollen bewährt. Damit es über Ganderkesee hinaus wirken kann, ist mehr Personal nötig.
Von Sonia Voigt
Hollen. Eine Idee zur Weiterentwicklung des bewährten Energiesparprojektes, die Geld für zusätzliches Personal erfordert, hat das Regionale Umweltbildungszentrum (RUZ) Hollen gestern dem Fraktionschef der FDP im Landtag Christian Dürr vorgestellt. Bei seinem Besuch mit den liberalen Ratspolitikern Marion Daniel und Rainer Fortmann verschaffte Dürr sich ein Bild vom RUZ, von der Lehrküche bis zu den Unterrichtsräumen. „Wo ich kann, vermittle ich gerne“, sagte der Landtagsabgeordnete dem Zentrum für seine Suche nach Fördergeldern zu.
Konkret will das Umweltzentrum anderen Kommunen und Umweltzentren helfen, sein in Schulen und Kindergärten erprobtes Energiesparprojekt zu übernehmen. „Das beinhaltet Schulungen für Hausmeister, ein pädagogisches Konzept für Lehrer und Unterstützung der Kommune beim Controlling“, erklärt RUZ-Mitarbeiter Martin Brinkmann. Das Programm berge viel Potenzial, für finanzielle Einsparungen, aber auch für die Verringerung von Energieverbrauch und Kohlendioxid-Ausstoß, sagt RUZ-Geschäftsführerin Marina Becker-Kückens. Es gebe genug Anfragen von Kommunen und das RUZ helfe gerne, dafür seien aber zwei zusätzliche Kräfte und rund 200.000 Euro nötig.
Zudem berichtete das Umweltzentrum von seinen Anstrengungen, Lehrer zu gewinnen, die im Rahmen von Abordnungen Klassen unterrichten. Zu den drei aktuell im RUZ engagierten Pädagogen zählt Hilke Eckmann, die gestern eine dritte Klasse der Delmenhorster Overbergschule den Prozess „Vom Korn zum Brot“ erleben ließ. Generell gelte: „Für die Umwelt engagierte Menschen werden weniger“, stellen Brinkmann und Becker-Kückens fest. Sie präsentierten den Gästen auch das RUZ-Projekt „Transparenz schaffen – Von der Ladentheke zum Verbraucher“, das Schülern etwa Einblicke in Landwirtschaft und Schlachterei erlaubt.


FDP-Landtagsfraktionschef Dürr will bei Suche nach Fördergeldern vermitteln
Die Drittklässler der Overbergschule im RUZ Hollen kosten Selbstgebackenes, FDP-Landespolitiker Christian Dürr und RUZ-Chefin Marina Becker-Kückens (3. und 4.v.r.) sprechen über das Projekt. Foto: Sonia Voigt

Quelle: Delmenhorster Kreisblatt vom 27.08.2010



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