FDP Ganderkesee

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Klare Mehrheit gegen neue Biogasanlagen

Fdp-Mitgliederversammlung - Landwirte sehen sich ihrer Existenz bedroht - Maisanbau nimmt Ackerflächen weg

Der FDP-Ortsverband lud zur Diskussionsrunde ein. Traditionelle Landwirte hoffen auf Unterstützung seitens der Politik.
VON MIRJA ZIPFEL
Ganderkesee Das Urteil ist einhellig: "Es reicht! Wir brauchen keine zusätzlichen Biogasanlagen in der Region. So wie es ist, ist es gut." Ganderkesees Lebensmittel produzierende Landwirte sind aufgebracht. Dass nicht alles Bio ist, nur weil Bio drauf steht - diese leidvolle Erfahrung haben sie verstärkt in den letzten Jahren machen müssen. Sie befürchten, dass ihnen weiterer Zuwachs an Biogasanlagen in der Region die Existenzgrundlage nimmt. "Wenn das so weitergeht, dann bleibt nur noch einer von drei Landwirten übrig", zeichnen sie ein wenig hoffnungsfrohes Zukunftsbild.


Quelle: Nordwest-Zeitung vom 11.08.2010


Biogas lässt die Stimmung brodeln

Große Resonanz auf Diskussionsabend

GANDERKESEE (LAU). Dass die geplante massive Ausweitung von Biogasanlagen in der Gemeinde derzeit ein Top-Thema bei den hiesigen Landwirten ist, hat gestern Abend eine Versammlung des FDP-Ortsverbandes gezeigt. Über 40 Landwirte folgten der Einladung der Liberalen, um mit Lokalpolitikern und dem niedersächsischen FDP-Fraktionsvorsitzenden Christian Dürr, darüber zu diskutieren, welche Auswirkungen es für traditionelle Landwirte hat, wenn der Biogas-Boom anhält. Der Versammlungsraum wurde schnell zu klein, so dass ein Umzug in den Saal des Gasthauses „Schützenhof“ nötig wurde.
Aufgeschreckt hatte die Biogas-Kritiker eine Ankündigung der ,,Biogas Welsetal“-Gesellschaft der Landwirte Arnd Schwarting und Dieter von Seggern, mit Investitionen von insgesamt sechs Millionen Euro die Versorgung etlicher öffentlicher und privater Einrichtungen in Ganderkesee mit Strom und Wärme umkrempeln zu wollen. Die Landwirte planen den Bau einer Gasringleitung rund um den ganzen Ort, von der aus Blockheizkraftwerke und Mikrogasturbinen im Ort mit Biogas aus vier neuen Anlagen gespeist werden sollen.
Während Schwarting meinte, dass Biogas vorangetrieben werden müsse, das Projekt vehement verteidigte und von seinen Berufskollegen forderte, sich weg vom „statischen Denken“ zu bewegen und die Tür zu etwas Neuem aufzustoßen, plagen die Lebensmittel produzierenden Landwirte Existenzängste. Hauptargument ist, dass durch den hohen Flächenbedarf für Maisanbau die Pachtpreise enorm steigen. „Wenn es so weitergeht, haben wir irgendwann in drei Dörfern noch einen Landwirt“, prognostizierte Werner Wachtendorf aus Immer ein Höfesterben.
Da laut Dürr in absehbarer Zeit auf bundespolitischer Ebene nicht damit zu rechnen ist, dass die Förderung von Biogasanlagen eingestellt wird, schlägt Wachtendorf vor, dass die Ratspolitik den Biogas-Plänen einen Riegel vorschiebt. Ein Signal sei auch, wenn die Gemeinde die Wärmeabnahme aus Biogasanlagen ablehnen würde, meinte ein anderer Landwirt. Die Chefin der FDP-Ratsfraktion, Marion Daniel, wünscht sich „eine Lösung, mit der beide Seiten leben können“, musste aber auch gestern noch eingestehen: „Im Moment weiß ich nicht, wie die aussehen könnte.“

Quelle: Delmenhorster Kreisblatt vom 10.08.2010



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