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„Studie schnell beantragen“

Bahnübergang - Kreis-Vertreter erwarten Vorleistung der Gemeinde

Für den Bahnübergang in Schierbrok wird schon lange eine bessere Lösung gefordert. Die FDP bat nun zum Ortstermin.
VON HERGEN SCHELLING
Schierbrok Die Schierbroker nehmen die Sache mit Galgenhumor: Bisher gebe es „Schließzeiten“ für die Schranken an der Bahnhofstraße, demnächst müsse man indes von „Öffnungszeiten“ sprechen, lautet ein geflügeltes Wort im Dorf. Weil nach Fertigstellung des Jade-Weser-Ports und dem Ausbau des Braker Hafens noch viel mehr Güterzüge vorbeirollen werden als bisher und die Bremer Regio-S-Bahn auch noch zusätzlichen Personenverkehr über die Strecke Oldenburg-Bremen führen wird, sind geschlossene Bahnschranken dann keine Ausnahme mehr, sondern eher die Regel.
„Das wird heftig werden“, glaubt nicht nur Christian Dürr. Der Fraktionschef der Landtags-FDP traf sich Mittwochvormittag am Schierbroker Bahnhof mit Parteifreunden und Verwaltungsmitarbeitern aus Kreis und Gemeinde sowie Vertretern des Orts- und Heimatvereins Schierbrok-Stenum, um die Möglichkeiten einer Überbrückung oder Untertunnelung der Schienen zu erörtern.
Dass für die Bahnquerung in Schierbrok eine bessere Lösung gefunden werden muss, wird schon lange gefordert – „seit 30 Jahren“, betonte der FDP-Politiker und Ortsvereinsvorsitzende Hans-Jürgen Hespe. Nur Geld ist für ein solches Projekt, dessen Volumen auf neun bis zehn Millionen Euro geschätzt wird, nicht in Sicht.
Und selbst unter den Liberalen aus Kreistag und Gemeinderat bleibt strittig, wer die zunächst erforderlichen 30 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie übernimmt. Der Landkreis ist zwar Träger der Kreisstraße, pocht aber darauf, dass zunächst die Gemeinde die Kosten der Studie finanziert – falls es dann zum Bau käme, würden ihr diese Auslagen erstattet.
Ernst-August Bode, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion, appellierte deshalb am Mittwoch an die Kollegen aus der Ganderkeseer Ratsfraktion: „Die Gemeinde muss den ersten Schritt machen!“ Wichtig sei nicht, wie die Machbarkeitsstudie – die von der Bahn AG verlangt wird – finanziert werde, sondern dass sie schnell beantragt werde. „Sonst passiert gar nichts.“


Bahnübergang - Kreis-Vertreter erwarten Vorleistung der Gemeinde
Einen Eindruck von den Verhältnissen am Schierbroker Bahnübergang bekamen die FDP–Politiker beim Ortstermin am Mittwochvormittag: Viermal senkten sich die Schranken in den gut 45 Minuten. BILD: HERGEN SCHELLING

Quelle: Nordwest-Zeitung vom 29.07.2010


Schierbroker fürchten: Schranke mehr zu als auf

FDP diskutiert am Bahnhof über Chancen für eine Unter- oder Überführung

Aus Sicht der liberalen Fraktion im Kreistag und der Landkreis-Verwaltung muss Ganderkesee handeln. Als nächster Schritt steht eine Machbarkeitsstudie an, welche die Gemeinde in Auftrag geben und – zumindest zunächst – auch zahlen soll.
Von Sonia Voigt
Schierbrok. Gut 70 zusätzliche Güterzüge durch den Jade-Weser-Port ab 2012 und 30 durch die Hafenerweiterung in Brake, die täglich den Bahnhof Schierbrok passieren: Angesichts dieser Schätzungen befürchtet der Vorsitzende des Orts- und Heimatvereins Schierbrok-Stenum und FDP-Ratsherr Hans-Jürgen Hespe, dass die Schierbroker künftig nicht mehr mit begrenzten Schließzeiten, sondern mit begrenzten Öffnungszeiten ihres Bahnübergangs leben müssen. Beim Ortstermin am Bahnhof diskutierten gestern rund 20 FDP-Politiker und Vertreter der Gemeinde- und Kreisverwaltung über Realisierungschancen für eine Bahnunter- oder -überführung.
„Wir haben hier Ortsteile auf beiden Seiten der Bahn“, betonte Marion Daniel, Vorsitzende der Ganderkeseer Liberalen. Immer häufiger trenne die Bahnschranke Feuerwehr, Supermarkt und Tankstelle auf der einen Seite, von Ärzten, Schule, Kindergarten und dem Großteil der Wohnbebauung auf der anderen Seite. Ende September beschloss der Verkehrsausschuss daher, dass Ganderkesee mit dem Landkreis Oldenburg eine Machbarkeitsstudie über eine neue Bahnquerung vorantreiben soll. Noch sei aber „nicht zufriedenstellend geregelt“, wer die auf 20.000 bis 30.000 Euro geschätzten Kosten der Studie trage, kritisierte Daniel.
Ernst-August Bode, Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag, und der zuständige Amtsleiter der Wildeshauser Kreisverwaltung, Dieter Hahn, sehen das allerdings anders. Beschlusslage beim Landkreis sei, dass die Gemeinde Ganderkesee ein Planungsbüro mit der Machbarkeitsstudie beauftragen und deren Kosten zunächst voll tragen muss. „Bei einer gemeinsam finanzierten Umsetzung der Pläne wird der Gemeinde dieser Betrag dann angerechnet“, sagte Bode und forderte die Ganderkeseer FDP auf, dies politisch auf den Weg zu bringen.
Die mehrere Millionen Euro teure Unter- oder Überführung könne dann gemäß dem Eisenbahnkreuzungsgesetz zu je einem Drittel von Bund, Bahn und Kreis (und anteilig Gemeinde) finanziert werden, „wenn bei der Bahn Mittel verfügbar sind“, erläuterte Hahn. Es gelte, „die Bahn darauf festzunageln, dass sie ihren Teil übernimmt“, sagte der niedersächsische FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Dürr, der Hilfe bei Gesprächen mit Bahn-Verantwortlichen versprach. Die FDP-Bundestagsabgeordnete Angelika Brunkhorst riet zur Eile, da viele Kommunen entlang der Bahnlinie um Mittel für ähnliche Projekte konkurrierten.
„Der Ärger der Bürger wird groß sein, wenn nichts passiert“, stellte der Orts- und Heimatverein in Aussicht. Sogar direkte Anwohner der Bahnhofstraße und des Bremer Wegs unterstützen laut Hespe eine Unter- oder Überführung, trotz möglicher Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten.


Schierbroker fürchten - Bahnübergang mehr zu als auf
Das Rotlicht am Andreaskreuz leuchtet, die Schranke stoppt den Autoverkehr, Züge rauschen vorbei: Damit dies am Bahnhof Schierbrok kein Dauerzustand wird, wollen die FDP-Politiker aus Gemeinde und Kreis sowie die Bundestagsabgeordnete Angelika Brunkhorst (l.) und der niedersächsische FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Dürr (2.v.r.) sich für eine Bahnunter- oder -überführung einsetzen. FOTO: Sonia Voigt

Quelle: Delmenhorster Kreisblatt vom 29.07.2010



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