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Aktuelles Wärme bekommt künftig Vorrang Biogas - Erster Ganderkeseer Produzent expandiert Volumen: sechs Millionen Euro Noch Zukunftsmusik ist eine Ringleitung für Biogas in der Gemeinde. Verschiedene Produzenten könnten mitmachen. VON WOLFGANG LOEST Bookhorn/elmeloh Die Biogas Welsetal GmbH mit ihren Standorten in Bookhorn und Elmeloh will kräftig expandieren. Neben dem Schulzentrum in Ganderkesee soll in Kürze auch eine bedeutende Sozialeinrichtung außerhalb von Ganderkesee mit Wärme versorgt werden. Als langfristige Ziele stehen die Wärmeversorgung von Betrieben im künftigen Gewerbegebiet Grüppenbühren und der Bau einer Ringleitung um Ganderkeseer herum auf der Tagesordnung. In diese Leitung, so das Konzept, können auch andere Betreiber aus Ganderkesee ihr Biogas einspeisen, erläuterte Geschäftsführer Arnd Schwarting am Donnerstag einer Besuchergruppe der FDP um den Fraktionschef der Liberalen im Niedersächsischen Landtag, Christian Dürr. Das Unternehmen, das seit 2006 am Markt ist, hat bisher 4,5 Millionen Euro in den Aufbau der Anlagen investiert. Nun sollen weitere sechs Millionen Euro in die Hand genommen werden, um die Expansion zu finanzieren. Der Umsatz soll dann innerhalb von drei Jahren von knapp 1,9 auf fünf Millionen Euro steigen. Damit wäre ein bedeutender Energie- und Wärmeproduzent im Landkreis Oldenburg entwickelt, unterstrich Schwarting. Die Gemeinde könnte ihre Immobilien nicht nur kostengünstig beheizen, sondern auch noch mit Gewerbesteuer in einer Größenordnung von 250 000 Euro rechnen. Die ersten Biogas-Produzenten in Ganderkesee wollen sich künftig am Wärmebedarf orientieren und die dabei anfallende Stromproduktion, für die es festgesetzte Einspeisungstarife gibt, quasi als Abfallprodukt verwerten. Bislang läuft die Finanzierung schwerpunktmäßig über die Stromvergütung, die Restwärme ist mehr oder weniger Abfall. Wir arbeiten auf ein intelligentes mittelständisches Kraftwerk hin, unterstrich Schwarting. Genau dies sei der richtige Weg, sagte Fraktionschef Christian Dürr. Spätestens in zwei Jahren sei mit einer Novellierung des EnergieEinspeisungs-Gesetzes zu rechnen, durch die die Stromproduktion weniger lukrativ werden dürfte. Die Biogas Welsetal GmbH sei bestens gut gerüstet. Schwarting wies darauf hin, dass der Maisverbrauch deutlich reduziert werden konnte. In den Anlagen würden bis zu 50 Prozent Gülle verarbeitet. Dadurch bestehe nicht die Gefahr einer Monokultur was die Ganderkeseer FDP-Vorsitzende Marion Daniel ausdrücklich begrüßte: Wir wollen die Vielfalt. ![]() Arnd Schwarting (Mitte) zeigt Christian Dürr und Marion Daniel die Fermenter-Anlagen. BILD: WOLFGANG LOEST Quelle: Nordwest-Zeitung vom 18.07.2010 |