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Wo sich Stichlinge tummeln, werden Bachforellen erwartet
Minister Sander würdigt Einsatz der Schüler und Mitziehen der Eigentümer

Die Brookbäke kann sich von der Autobahn bis tief in den Hasbruch ein natürliches Bett zurückholen. Umweltminister Sander und Generalsekretär Brickwedde vom Hauptgeldgeber DBU überzeugen sich vom Zugewinn für die Natur. Von Reiner Haase
Hasbruch. Für die Wiederbelebung der über Jahrzehnte in ein Kanalbett aus Betonhalbschalen gezwängten Brookbäke in den Habbrügger Wiesen und im Hasbruch sind in den letzten fünf Jahren über 650.000 Euro ausgegeben worden. Das Geld ist nicht in den Sand gesetzt: In einem Bachabschnitt, in dem sich vor einem Jahr fünf Stichlinge verloren, tummeln sich heute 300, und die Fachleute sind überzeugt, dass sich das Umbauen des schnurgerade kanalisierten Gewässers zu einem naturnahen Bach mit Windungen, Störsteinen und Totholzhindernissen für die Bachforelle, die Schmerle, die Elritze und viele andere Tier- und Pflanzenarten auszahlen wird. Das erfuhr der Niedersächsische Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Sander (FDP) gestern in einer Feierstunde vor der Jagdhütte im Hasbruch. Besonders wichtig sei es gewesen, die Grundeigentümer zu überzeugen, betonte Sander.
„Umweltschutz ist keine Staatsaufgabe, sondern die der Bürger“, betonte der Minister. Er würdigte den Einsatz von Schülern aus Delmenhorst, Ganderkesee, Hude und Wildeshausen, die bei den Bauarbeiten mit angepackt haben sowie die Gewässerqualität und die Artenvielfalt beobachtet haben. „Selber anpacken ist besser, als von Baggern etwas vorgesetzt zu bekommen“, so Sander. Die Gäste, unter ihnen die FDP-Bundestagabgeordnete Angelika Brunkhorst und der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Dürr, der ehemalige Forstamtsleiter Friedrich von Rothkirch als Initiator und der ehemalige Vorsitzende der Naturschutzstiftung des Landkreises Eilert Tantzen als ständiger Motor, bestärkten Sander mit Beifall.
Mit den Worten „Die Oldenburger sind uns lieb und teuer“ umschrieb Fritz Brickwedde, der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), charmant den Umstand, dass die DBU mit 340.000 Euro der wichtigste Geldgeber des Projekts ist. Für die Stiftung sei es besonders wichtig, dass für Kinder ein außerschulischer Lernort geschaffen werde und dass die Mäander und die Totholz- und Steinstörstellen Modelle für andere Gewässerwiederbelebungen sein können.
Anfangs sei er wegen der Kosten höchst skeptisch gewesen, gestand Landrat Frank Eger ein. Jetzt nennt er das Projekt „ein Paradebeispiel, wie viel Leute miteinander auf die Beine stellen können.“


Quelle: Delmenhorster Kreisblatt vom 14.08.2009


Brookbäke auf dem Weg der Besserung
Naturschutz - Renaturierung abgeschlossen - Vorbildliches Projekt

Es war das größte Projekt der Naturschutzstiftung
Landkreis Oldenburg. Lob kam auch von Umweltminister Hans-Heinrich Sander.
Von Markus Minten
hasbruch - Gemeinsamkeit war das Schlagwort am Donnerstag im Hasbruch: "Die Revitalisierung der Brookbäke hat gezeigt, dass man gemeinsam viel erreichen kann", hob Landesumweltminister Hans-Heinrich Sander hervor.
Michael Feiner, Kuratoriumsvorsitzender der Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg, bekannte sogar: "Auch ich gehörte anfangs zu den Zweiflern. Mittlerweile bin ich voll überzeugt - auch, weil wir gelernt haben, dass Umweltschutzmaßnahmen nur gemeinsam umgesetzt werden können." Und auch Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), zeigte sich "beeindruckt, wie eine relativ kleine Naturschutzstiftung sich ein so großes Vorhaben vornimmt und gemeinsam mit Partnern erfolgreich zu Ende führt". Für Landrat Frank Eger schließlich ist das Projekt "ein Paradebeispiel dafür, was Menschen erreichen, wenn sie miteinander reden, und nicht übereinander. Wenn so etwas auch in anderen Bereichen funktioniert, sind wir in der Gesellschaft ein ganzes Stück weiter.
"Lob für Eilert Tantzen
An der Jagdhütte im Hasbruch wurde die, so Feiner, "Gesundung eines Tieflandbachs" gefeiert. Volker Knuth vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ergänzte allerdings: "Die Richtung stimmt, der Prozess dauert noch." Eilert Tantzen, dem Brickwedde "ein großes Kompliment für seine Beharrlichkeit" aussprach, verschwieg aber auch Probleme bei der Umsetzung nicht. Sander hob neben dem finanziellen Aspekt des gebündelten Engagements ("Wenn wir allein die Maßgaben der Wasserrahmenrichtlinie umsetzen wollten, benötigten wir 44 Millionen Euro pro Jahr") auch den gesellschaftlichen hervor: "Man kann den Menschen das auch mit dem Bagger vorsetzen. Den Schülern bleibt durch ihr vorbildliches Engagement aber ein Leben lang etwas erhalten." Denn: "Der Versorgungsstaat hat ein Ende. Auch im Naturschutz müssen die Menschen mehr selber tätig werden." Unterstützt worden waren Landkreis, Naturschutzstiftung, NLWKN, Landesforsten und Entwässerungsverband auch von mehreren Schulen.
Innovative Maßnahmen
Neben konventionelle seien in die Umsetzung auch innovative Maßnahmen eingeflossen, so Brickwedde weiter. Er verwies auf die Störstellen und das Totholzmanagement im Naturwaldbereich. "Mit der Renaturierung der Brookbäke haben wir ein Modell geschaffen, das für viele andere kleine Fließgewässer als Vorbild dienen kann." Zugleich machte er den Beteiligten Mut, weitere Projekte folgen zu lassen und schloss weitere Förderungen nicht aus.
Hutewald geplant
An Ideen mangelte es nicht: Michael Feiner und Planer Ewald Tewes kündigten an, dass in einem weiteren Schritt im Hasbruch auf 30 Hektar eine Aufnahme der Hutewaldbewirtschaftung mit Heckrindern und Exmoor-Ponys angestrebt werde. Zudem soll unweit der Jagdhütte ein neun Meter hoher Aussichtsturm an dem renaturierten Bach errichtet werden.


Quelle: Nordwest Zeitung vom 14.08.2009



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