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Aktuelles bfw schreibt weiter dunkelrote Zahlen Hartz-IV-Sparkurs schlägt zu Buche Bookholzberg (has). Mit dem Konzept der fundierten Ausbildung Behinderter ernten die Berufsförderungswerke bei der kommunalisierten Arbeitsverwaltung wenig Zuspruch. In den letzten fünf Jahren sei die Zahl der Ausbildungsteilnehmer in den vereinigten Berufsförderungswerken Bookholzberg und Bad Pyrmont trotz 80-prozentiger Gewissheit, dass die Rehabilitanden auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen, von 1000 auf 740 zurückgegangen, berichtete bfw-Leiter Norbert Raasch am Dienstag einer FDP-Delegation mit der Vorsitzenden des Sozialausschusses im Landtag Gesine Meißner und dem Abgeordneten Christian Dürr an der Spitze. Wir haben eine Phase leichter Konsolidierung und hoffen, dass wir uns etwas über dem heutigen Niveau stabilisieren können, so Raasch. Angesichts eines jährlichen Millionen-Defizits sieht sich der Leiter dennoch zu weiterem Personalabbau gezwungen. Favorisiert werde ein Sanierungs-Tarifvertrag, der die Personalkosten senke. Früher hat die Arbeitsverwaltung 50 Prozent der Umschüler in die zweijährigen Ausbildungen der Berufsförderungswerke geschickt, heute beträgt der Anteil der aus den Job-Centern und Optionskommunen Geschickten 20 Prozent. Wir werden umgehend mit den kommunalen Spitzenverbänden reden, kündigte Meißner angesichts dieser Zahlen an. Während Dürr anmerkte, die Politik habe nicht dafür zu sorgen, dass die Berufsförderungswerke gut funktionieren, sondern dass die Träger der Sozialversicherungen gut arbeiten, betonte Meißner, es sei wichtig, dass die Menschen gut in den ersten Arbeitsmarkt kommen. Sie verwies auf die wachsende Zahl psychisch belasteter Menschen, denen die umfassende Betreuung in den Berufsförderungswerken helfe. Raasch bekräftigte das: Die Rentenversicherungsträger habens erkannt: Reha geht vor Rente. Bei den Argen und Optionskommunen hat sich das noch nicht genug durchgesetzt. Da wirkt Hartz IV. Die FDP-Politiker mit Gesine Meißner (4. v.l.) an der Spitze schauen den angehenden Produkt-Designern des bfw über die Schulter. FOTO: R. Haase Quelle: Delmenhorster Kreisblatt vom13.08.2008 Rehabilitation hat nicht immer Vorrang BFW - Rückgang der Teilnehmerzahlen zwingt zu Einsparungen beim Personal - Keine Kündigungen Die Bundesanstalt für Arbeit ist vielfach nicht mehr zuständig. Sie hatte die Hälfte der Teilnehmer geschickt. Von Wolfgang Loest Bookholzberg - An betriebsbedingte Kündigungen wird ausdrücklich nicht gedacht, aber Einschnitte im Personalsektor sind unvermeidlich. Auflösungsverträge mit Abfindungen sowie ein Sanierungstarifvertrag, der den Beschäftigten vorübergehend niedrigere Gehälter sowie den teilweisen Verzicht auf Weihnachts- oder Urlaubsgeld beschert, sollen dafür sorgen, dass die Personalkosten um etwa zehn Prozent gesenkt werden. "Wir haben alle anderen Einsparmöglichkeiten bereits ausgeschöpft", erklärte der Geschäftsführer des Berufsförderungswerks Weser-Ems (bfw), Norbert Raasch, am Dienstag beim Besuch der Vorsitzenden des Ausschusses für Sozial- und Gesundheitswesen im Niedersächsischen Landtag, Gesine Meißner (FDP), in Bookholzberg. Die Vorsitzende, die von ihrem Fraktionskollegen Christian Dürr, der FDP-Kreisvorsitzenden Monika Grashorn sowie Mitgliedern der FDP-Kreistags- und Gemeinderatsfraktion begleitet wurde, sagte zu, in Gesprächen mit Vertretern der kommunalen Spitzenverbände das Thema der beruflichen Rehabilitation zur Sprache zu bringen. Der Rückgang der Teilnehmerzahlen um bundesweit rund 30 Prozent resultiert nämlich überwiegend aus der Hartz-IV-Gesetzgebung, erläuterte Raasch. Weder kooptierte Kommunen noch Argen hätten erkannt, dass sich Rehabilitation auch wirtschaftlich lohnt. Nur die Rentenversicherungsträger schickten gleichbleibend Teilnehmer zu den Ausbildungskursen, sagte Raasch. "Reha vor Rente" gelte dort seit Jahrzehnten. Die neuen Träger müssten noch dazulernen - und Tipps von der Politik bekommen. Aber nicht das bfw stehe im Mittelpunkt, sondern die Menschen mit Behinderungen. "70 bis 80 Prozent unserer Absolventen finden einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt." Die Zahl der Menschen mit Einschränkungen stagniere in einer schrumpfenden Gesellschaft, die Zahl der Menschen mit psychischen Behinderungen nehme sogar zu. Gerade sie hätten ohne Rehabilitation praktisch keine Chance auf dem Arbeitsmarkt, so Raasch. Im Berufsförderungswerk Weser-Ems werden in diesem Jahr rund 350 Rehabilitanten ausgebildet. Sie werden derzeit von gut 100 Mitarbeitern betreut. Die FDP-Besuchergruppe mit Gesine Meißner (M.) an der Spitze informierte sich u.a. über die Ausbildung technischer Produktdesigner. Das bfw ist in diesem Bereich Prüfungszentrum für alle Auszubildenden im Weser-Ems-Gebiet. Bild: Loest Quelle: Nordwest Zeitung vom 13.08.2008 |