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Drei Tonnen Kalk für jeden Hektar Wald
FDP für Zuschuss an die Waldbauern

Havekost (has). Der Waldbauern-Verband will vom Landkreis Oldenburg für zehn Jahre einen Zuschuss von je 30 000 Euro für die Kalkung der privaten Wälder, und die FDP-Kreistagsfraktion will den Antrag, der noch im Sommer im Kreishaus vorliegen soll, unterstützen. „Wir wollen die Übersäuerung der Waldböden vermeiden“, berichtete Günter Westermann, der Vorsitzende des hiesigen Waldbauern-Verbandes, am Dienstag einer FDP-Delegation mit der Bundestags- und Kreistagsabgeordneten Angelika Brunkhorst, dem Landtagsabgeordneten Christian Dürr und dem Fraktionsvorsitzenden Ernst-August Bode an der Spitze.
Hubert Brüning und Michael Feiner von der Forstverwaltung erläuterten das Problem: Nitrate vor allem aus den Auspuffrohren der Autos gelangen in die Atmosphäre und regnen als Säuren auf die Wälder. Über die Wurzeln aus dem kargen Sandboden der Wildeshauser Geest aufgesogen, machen sie die Nadelbäume krank. „Die Kronen tragen statt vier oder fünf Generationen gerade noch eine oder zwei Generationen Nadeln“, so Brüning.
Pro Jahr sollen 600 Hektar Privatwald mit je drei Tonnen Kalk pro Hektar vom Hubschrauber aus berieselt werden. Empfindliche Biotope wie Auwälder und Moore sollen ausgenommen werden. Das Kalken per Hubschrauber sei ein teures, aber das einzig effektive Verfahren, stellte Feiner klar. Die beantragte Fördersumme entspreche dem Mehrwertsteuer-Betrag der jährlichen Kosten. Die übrige Summe werde mit EU-, Bundes- und Landeszuschüssen beglichen. „Nicht ganz“, warf der Landtagsabgeordnete Christian Dürr ein, „die Waldbauern müssen die Kalkung vorfinanzieren und bleiben auf den Zinsen sitzen.“ Bode rechnet trotzdem mit Widerspruch im Kreistag: „Die Opposition wird sagen: Lasst doch die Waldbauern die Mehrwertsteuer bezahlen.“


Drei Tonnen Kalk für jeden Hektar Wald
Hubert Brüning (l.) und Günter Westermann (r.) überzeugten die FDP von der Förderunsgwürdigkeit der Waldkalkung. FOTO: Reiner Haase

Quelle: Delmenhorster Kreisblatt vom 30.07.2008


FDP will in Kalk investieren
Waldschäden - Förster überzeugen mit ihrem Vorschlag die Kreistagsfraktion

Ab 2009 soll Privatwald im Landkreis wieder aus der Luft gekalkt werden. Die FDP-Kreistagsfraktion macht sich für eine Bezuschussung stark.
Havekost/Landkreis/kk - Eigentlich wollte Ernst August Bode das Thema noch einmal intern in "seiner" FDP-Kreistagsfraktion beraten. Doch das schien am Dienstagnachmittag überflüssig: Einhellig plädierten die Mitglieder der Fraktion schon bei einer Ortsbegehung im Havekoster Sand dafür, dass die ab 2009 geplante Kalkung von Privatwäldern durch den Landkreis bezuschusst werden soll. Das sei allemal eine Investition, die der Allgemeinheit zugute komme, so der Tenor.
Der Vorschlag, nach der jüngsten Kalkung von 1997 bis 2001 wieder in eine solche Aktion einzusteigen, sei von Seiten der Förster gekommen, berichtete Günter Westermann, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Oldenburg/Delmenhorst, den Liberalen. Ziel sei, der Übersäuerung des Bodens entgegenzuwirken.
Um wie viel Geld es dabei gehe, rechnete Bezirksförster Michael Feiner vor: Von den mehr als 8000 ha Privatwald im Landkreis kämen für eine Kalkung etwa 6000 ha in Frage. Feiner empfahl, die Kalkung auf zehn Jahre zu strecken, also 600 ha jährlich einzuplanen. Die Kosten lägen bei 300 Euro je Hektar, wovon Land, Bund und EU 250 Euro übernähmen. Mit anderen Worten: Der Kreis hätte jährlich 30 000 Euro locker zu machen.
Feiner und sein Kollege Hubert Brüning erläuterten, warum überhaupt gekalkt werden soll. Seit den 70er Jahren sei das Waldsterben in Folge der Übersäuerung der Böden ein Thema. Ursache der Übersäuerung seien Einträge aus der Atmosphäre - in vergangenen Jahrzehnten insbesondere durch Schwefelsäure, in Gebieten mit intensiver Viehhaltung vermehrt durch Stickstoff. Dies verändere die Bodenchemie - und schädige Bäume.
Die Bezirksförster rieten, mit drei Tonnen Kalk je Hektar Wald gegenzusteuern. Hier empfehle sich das Ausbringen per Hubschrauber. Ein Verblasen vom Boden aus habe sich nicht bewährt - zumal der Kalk sehr ungleichmäßig verteilt werde.
Wunderdinge seien vom Kalk aber nicht zu erwarten. Er neutralisiere nur den oberen Boden. Eine "gewisse Gesundung" sei wohl erst festzustellen, wenn die Kalkung wiederholt stattfinde, etwa alle zehn Jahre.
Entschieden warb Brüning, die Kosten komplett aus öffentlichen Mitteln zu bestreiten. Die Aktion mache nur Sinn, wenn alle Flächen einbezogen werden - "und das können wir nur hinkriegen, wenn wir den Waldbesitzern sagen: Es ist für Null."


FDP will in Kalk investieren
Die Bezirksförster Hubert Brüning (2.v.l.) und Michael Feiner (2.v.r.) informierten die FDP-Fraktion um den Vorsitzenden Ernst August Bode (3.v.l.). Bild: Kolloge

Quelle: Nordwest Zeitung vom 30.07.2008


Allgemeinheit soll für Kalkung privater Wälder aufkommen

GANDERKESEE-HAVEKOST. Zum Wohle des Waldes: Auf einem Ortstermin im Havekoster Sand hat sich die FDP-Kreistagsfraktion jetzt über die Bedeutung von Kalkungen in Privatwäldern informiert. Zusammen mit dem Vorsitzenden der Forstbetriebsgemeinschaft Oldenburg/Delmenhorst, Günter Westermann, erläuterten die Bezirksförster Michael Feiner und Hubert Brüning die positiven Aspekte für die Wälder - und die Kosten der Maßnahme.
Die beabsichtigte Kalkung der Privatwälder soll verhindern, dass die Böden dort in den nächsten Jahren weiter versauern. Welche Auswirkungen der mit dem sauren Regen einhergehende, abgesenkte pH-Wert auf die Bäume hat, erläuterten die Bezirksförster den Liberalen vor Ort: "Das wirkt giftig auf die Wurzeln", sagte Brüning. Sichtbar werde dies dann in schütterer Belaubung der Bäume.
Als Gegenmaßnahme komme nur die Kalkung in Frage, sagte Brüning. Das Ausbringen erfolgt per Hubschrauber. Andere Methoden wie das Verblasen hätten sich als ungeeignet erwiesen, da sie zu unregelmäßiger Verteilung führten, so der Förster.
Pro Hektar sollen drei Tonnen des Materials ausgebracht werden. Mehr davon schade dem "empfindlichen Ökosystem Wald", sagte Brüning. Die Fachleute erläuterten den FDP-Politikern, dass mit der Kalkung lediglich die oberen Bodenschichten vor weiterer Übersäuerung geschützt werden. Langfristig komme dies den Wäldern jedoch zugute. Die Maßnahme muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, hieß es beim Ortstermin.
Wie schon bei der vergangenen Kalkung, die von 1997 bis 2001 im Kreisgebiet gelaufen war, soll auch dieses Mal der Landkreis einspringen, um einen Teil der Kosten zu tragen. Feiner erklärte, wie die Kalkulation der Förster zustande kommt: 6000 der 8000 Hektar Privatwald sollen behandelt werden. Ein Hektar Kalkung koste rund 300 Euro, von denen der Löwenanteil, nämlich 250 Euro, von Bund, Land und EU übernommen werde. Da sich die Maßnahme über zehn Jahre erstrecken soll und jeweils 600 Hektar aus der Luft mit Kalk versorgt werden sollen, blieben 30 000 Euro übrig, für die der Landkreis Haushaltsmittel bereitstellen müsste.
Westermann, Brüning und Feiner sprachen sich gegen eine finanzielle Beteiligung der Waldbauern aus. Die Aktion sei nur dann sinnvoll, wenn alle mitmachten und das könne nur garantiert werden, wenn es die Besitzer nichts kostet. Gegen eine Kostenbeteiligung spricht aus Sicht der Förster auch, dass die Kalkung - und damit die Erhaltung der Wälder - der Allgemeinheit zugute komme.
Eine kurze Verständigung zwischen den Kreistags-Liberalen ergab, dass keine weitere Beratung in der Fraktion nötig ist. "Die Fraktion unterstützt das", sagte der Vorsitzende Ernst-August Bode. Die Kalkung soll, laut Feiner, möglichst schon 2009 beginnen.


Quelle: Weser Kurier vom 31.07.2008



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